Aufgrund zahlreicher Beschwerden wird nun hier etwas von der nepalesischen Wahrheit preisgegeben. Das Empfangskomittee in Kathmandu war wunderschön und es hat mir die Sprache verschlagen beim Anblick meines geliebten Weibes, das ich auch ganz gern holde Maid nennen darf. Wir haben ein ziemlich cooles neues zu Hause mit vielleicht 110m² und 5 Zimmern und Küche und Gästetrakt und Dachterasse, wobei wir momentan aber eigentlich nur 2 Zimmer und die Küche wirklich verwenden. Es wir herrschaftlich in einem ruhigeren Teil von Kathmandu gewohnt wo leider trotzdem die Hunde die ganze Nacht heulen als würden sie vor die Hunde gehen. Wagt man sich einmal tiefer in die Stadt hinein ist dort tagsüber die Hölle los und ab 20.00 alles vollkommen ratzeputz leer. Die zu Verfügung gestellten Nahrungsmittel sind zumeist sehr abwechlungsreich und man kann von Österreichischem Backhendl über sehr gute Pizzas einer augewanderten Italienerin zu Steak im indischen Palast alles haben und bezahlt dafür meist zwischen 5 und 10€ mit Trinken und Nachspeise. Aber es geht auch anders. Ein teller Momos kostet bei der UNICEF Kantine 30 Cent. Und ein Gemüsecurry kann man daheim schon um die 50 Cent herstellen. Dafür zahl ich fürs Internet 90€/Monat für beschissene 128Kbs. Und ein tolles Rad kost auch gleich 300€, also nix was sich viele hier leisten können...
W
ayne's interessiert hier die Adresse, die wahrscheinlich niemals Post zugestellt werden bekommt, weils erstens keine Briefträger gibt und diese zweitens die Briefe selber fressen würden. Ach ja, die Adresse: Ms Madengruber, 475 Dasharath Chand Marg Ward Nr 4, Baluwatar, Kathmandu, Nepal. Da die beste aller guten eheähnlichen Lebensgefärtinnen jeden Tag brav die UNICEF-Bank drücken muss um die tägliche Schüssel Reis anschaffen zu können, muss ich wohl auch ein bissl arbeiten. Rechts ist einer meiner temporären Arbteitsplätze zu sehen. Dank meiner neuen mobilen Kloschüssel kann man fast überall so fein arbeiten wie daheim auf der Dachterasse. Derweil gibts noch ein bissl gute alte österreichische Arbeit für mich und wenn ich sehr brav, fleissig und von Glück gesegnet bin, dann gibts auch noch länger was zu arbeiten . Wenn nicht dann muss ich mich halt hier nach einer dreckigen, staubigen unterbezahlten Tätigkeit wie etwa "Teppiche wenden" oder "Erdbeeren einzeln am Strassenreand verchecken (oida)" umsehen, um nicht in meinen bisher kläglich gesheiterten Meditationsversuchen zu enden und vielleicht nie wieder vom Mittagsschlaferl aufzuwachen...Aber wie auch immer, jetzt muss ich dann klettern gehn. So schaut die Welt aus.
Freitag, 2. Mai 2008
der neue Western "John Wayne in Nepal"
Eingestellt von
Hofrat Geiger
um
00:59
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