Auch sehr schoen, auch sehr kalt.
Man wechselt vom stinkenden 6-Penner zimmer in ein 4* Hotel, mietet sich ein paar bergsteiger-sachen und huepft mal eben schnell ueber 3 tage verteilt ins basislager des normalweges auf 4300m. Dort wird ein bisschen ge-slack-lined, gebouldert und wenns grad mal plus-grade im zelt hat gewaschen. man gewohnt sich viele oede tage lang an die hoehe, hat immer weniger kopfweh und freut sich nach wenigen tagen wieder ueber 92% sauerstoff im blut - jahui: das muss doch was werden...doch dann beginnt der echte schmarrn.
man schlaeft fast jeden tag 500 meter hoeher. zu essen gibts nur mehr zucker und cookies. abends gibts manchmal paste mit ohne suace die man schon von haus aus gar nicht runterkriegt und schon gar nicht, wenn einem viel mehr nach kotzen als nach essen zu mute ist. jedes weitere hochlager macht dich fertig und du glaubst zu ersticken bei mehr als 20m bewegung...wasser holen wird zur qual. und ueberhaupt das trinken der 5 taeglichen liter...auf die huegenie wird ueberhaupt geschissen und weil wir dabei sind: die verdauung ist auch schon im arsch. also wer sich 2 wochen mal wo richtig scheisse fuehlen will suche einen 7000er zu besteigen. in der nacht hatten wir bis zu -18 grad wobei alles im zelt gefriert. sogar die lulu-flasche die man am morgen dann mit heissem wasser auftauen darf (kein vernuenftiger mensch zieht sich freiwillig bei den temperaturen 3,4 mal die nacht warme sachen zum pissen gehen an)
im hoechsten lager auf 6000m is es mir dann zu viel geworden. zu dem dem schon gewohnten "ich wurde grade verdaut" gefuehl und der immodium getragegen nicht-verdauung gesellten sich verlangsamte wahrnehmung, merklich verzoegerte entscheidungsfindung sowie leichte bewustseins-stoerungen wobei man sich etwa 50cm hinter der eigenen person empfindet...bei aller liebe leute. ich hab angst bekommen was weiter oben noch passiert. zudem fragt man sich wovon man eigentlich die letzte woche seinen koerper betrieben hat. ich bin ja nciht gerade mit viel reserven ausgestattet...jeden tag nur zucker-kekse, zucker-saftern, tee mit zucker und cafe mit zucker. ach ja, in manchen lynch-paketen war auch noch studentenfutter und abends gabs warmen mist (suppe mit reis) oder sogar pasta ohne sauce...
nicht zuletzt aus verantwortung meinen ungeborenen kindern sowie edelster erzeugerin derselben gegenueber hab ich beschlossen das abendteuer dort enden zu lassen und hab mir dadurch zudem die aertzlich zu behandeldenen frostbeulen der anderen an finger-, zehen- und nasenspitzen erspart und bin in edlem glanz vollkommen gesundet zurueck gekommen.
gluecklicherweise gabs nach dem abstieg ins basislager eine runde hamburger und cola und abends dann noch pizza zwecks revitalisierung, sonst war ich nicht mal von dem berg aus eigener kraft RUNTER gekommen...ab jetzt gibts wieder richtiges essen mit viel saftigem rindfleisch und fetten schweinshaxen. hmm.
Sonntag, 24. Februar 2008
bergsteigen ist was fuer masochisten
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Hofrat Geiger
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12:49
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Dienstag, 5. Februar 2008
wandern in la pampa
erstaunlich: die argentiniet bringen es fertig einen bus immer zum bersten zu fuellen. wenn man am sonntag mit der gesamten laendlichen bevoelkerung (60mann) im zum erdruecken gefuellten 40-plaetze-bus schwizend und heiss oeffentlich in die wildnis zum baden faehrt und annimmt, dass die rueckfahrt am montag gemuetlich wird, dann hat man nich damit gerechnet, dass am montag einfach ein entsprechend kleinerer bus mit 20 plaetzen fuer 40 reisegaeste kommt - damits auch ja immer recht kuschelig ist...
kurz: ja ich habe gesuendigt. ich bin unbescholten in den gespretten teil eines naturreservats gewandelt und hab mir gedacht, wo ich schon mal drin bin, kann ich auch hier bleiben, worauf ich mich vor fremden blicken und den freien pferden und seltenen voegeln versteckt hab um einen tag im paradies ie fuesse ins wasser zu haengen. am naechsten tag noch eine kleine aufwaermrunde (1 tag, 18km, 1000hm, 22kg rucksack, 40grad im schatten) fuer das naechst hoehere unterfangen (17 tage, 50km, 6962hm, 45kg gepaeck + esel, -20grad in der sonne) begangen und einen tag in der wueste "sierre de las quijadas" verbracht. auch sehr schoen. auch sehr heiss.
seltsam: hatte heute eine blinguale unterredung mit einem argentinier: er spanisch, ich englisch. ich glaub wir haben beide ueber gott und die entstehung der welt geredet, bzw ueber die wirkung grosser staedte auf deren einwohner...aber wer kann das im nachhinein schon so genau sagen...ausserdem scheint hier die sonne im norden...und dennoch gehen die menschen mit den fuessen unten und dem kopf oben...aber wer nicht - wie ich - alles aus der volksschle vergessen hat, wird das kaum wundern...
lustig: im bus von links nach "nicht ganz so weit links" wurde ein lustiger 30 jahre alter argentinischer film namens "sandro" (singender und tanzender geheimagent oder so)dargeboten, bei dem sandro eigentlich ausschliesslich etweder schwitzend und singend auf der buehne seinem scheinberuf nachging oder in der badehose und huefthohem roten bademantel-jackerl boesewichte verdroschen hat. zum schluss kam der dicker oberboese und wollte ihn - wie damals ueblich - unbeobachtet und unbewacht seinem sicheren tod durch langweiliges fernsehn und damit verbundenen stromstoessen uberlassen - leider konnte sandro entkommen und hat nach der errettung des weltgipfeltreffens wieder gesungen...
schlimm: ich hab immer noch das titellied im kopf...
Eingestellt von
Hofrat Geiger
um
16:06
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