Dienstag, 29. Januar 2008

spanisch ueberleben ohne spanisch = ueberleben

es ist erstaunlich was man alles an lebennotwendigen dingen erhaelt, wenn man nur recht hungrig dreinschaut und auf alle an einen gerichtete ansprachen si sagt und freundlich nickt. durch auswahl verfahren lernt der gewiefte informatiker dann sogar noch was: nicken und wie ein durstiger depp dreinschauen auf die frage "¿blabla, blabla bla blabla?...¿blablabla?" bringt einem ein himbeersafterl mitsamt dem tagesmenue ein...also wird blablabla wohl himbeersafterl oder so heissen! wieder was gelernt. gestern hab ich mir mit gewohner eloquenz der beginnenden menschheit und den auswendig gelernten worten "ich suchen fruehstueck" einen fleischbroken im semmerl und ein tasserl schwarzen kaffe er-hungrig-dreingeschaut. ein freundlicher fingerzeig gegen vorlage entsprechender barschaft und man kennt ploetzlich das wort fuer "apfel"...es wird ja langsam. ich haett doch in meinen spanischkurs gehen sollen...dann koennt ich jetzt zumindest ueber onkel, tante und deren bschaeftigung reden...zu essen koennt ich wahrscheinlich auch nix bestellen...abe der trick mit dem hungrig sein, funktioniert auch mit muede dreinschaun, heia-machen-spielen und "una person una noche" sagen ganz ausgezeichnet...die darauffolgende einweisung des spanischen personals noch nickend mit den worte "si si si" abtun und duschen gehn. langsam gewinn ich wieder oberhand. und ab morgen bin ich wieder goschert...

Sonntag, 27. Januar 2008

in die welt geworfen

heute ist mir der einzige anhaltspunkt zu meinem stern gestohlen worden. normalerweise ist so eine muetze, auch wenn sie noch so nett ist, ein leicht zu verkraftendes opfer, aber fuer mich war ulli geschenkte kofpbedeckung ein symbol fuer sie, fuer unsere gemeinsame zeit. und wenn das der einyige anhaltspunkt ist, wenn man allein au fder anderen seite der welt sitzt, kann das schon ein bisschen weh tun und man will dann am liebsten gleich einschauen und kopf in den sand stecken...so gedanken wie "immerhin nur die muetze und nicht den pass oder meine leber" kann man leicht mit ein bisschen zerfliessendem selbstmitleid umgehen. die letzten tage waren gepraegt durch voruebergehenden verlust der weltbesten frau der welt und 10 stunden tageszeit, sowie einem datumssprung. alles sehr aufruehrend. vor allem das allein sein macht mir zu schaffen. irgendwie scheint es total sinnlos fotos zu machen, zu essen oder ueberhaupt rauszugehen. der abschied in bangkok von ulli war sehr bitterlich und vieles an fleischlichen und seelischen nahtstellen wurde uns beiden rausgerissen. es fuehlt sich an wie das gegenteil supernova. total leer, aber ich glaub das wird der werten leserschaft zu detailiert. kurzum: ich lebe noch. sehr viel mehr freude bietet sich mir kaum. ich hoff das aendert sich mit den bergen die bald begangen sein werden. jetzt wo ich den weltbesten rucksack der welt wieder auf haenden trage...

ps.: ohne spanisch ist man hier ziemlich im arsch...
pps.: ich kann kein spanisch...

Dienstag, 22. Januar 2008

one night in bangkok

Auch sehr schoen, auch sehr heiss. Unser billiges backpacker-drogen-und-nutten-viertel in bangkok featured fast unter jedem hotel eine karaokebar die laute negermusik bis 4 uhr frueh aus schlechten boxen plaerrt. auf den zimmern stehen ausdrueckliche verbote, schwule und thai-nutten durch selbiges zu scheuchen und dennoch werden einem - trotz bildhuebscher begleitung der persoenlich besten frau - transvestiten und aufblasbare maedchenkoerper nachgeworfen...stellt sie die frage...auf deinem oder meinem ruecksitz...wodurch sich bizarre konstellationen mit altersdurchschnitten um die 50 ergeben...

wir geniessen teils traurig und melancholisch, teils ausgelassen heiter springend und freudig huepfend, die letzten verbleibenden gemeinsamen stunden getrennt vor dem computer. morgen abend nach einer zugekauften fusskaese-massage (eindeutige make-or-buy entscheidung) muss ich mein geliebtes weib zum abschied fuerhen um sie erst in gezaehlten 115 langen und herzensschweren tagen in nepal wieder in den arm schliessen zu koennen...ich fuerchte das wir beide nicht besonders tapfer sein werden und der flughafen in traenen versinken wird. ich bitte alle gewillten eine gedenkminute fuer unser bevorstehendes separation einzulegen und stossgebete an diverse gottheiten zu richten, damit die zeit recht flott und schmerzfrei verfliege. ueberhaupt...die verfliessgeschwindigkeit der zeit...aber das wuerde hier zu weit fuehren.

zudem ich brichte stolz, schon ein ganzes buch gelesen und phantastischen gedanken daran geknuepft zu haben! und schon bald werde ich meine gesammelten weisheiten der weltoeffentlichekit offenbaren. also unbedingt kucken wies weitergeht...

Dienstag, 15. Januar 2008

hauptsache gsund

letzte woche war von schwerster krankheit gepraegt. die beste der welt hat sich scheinschwangerschaft eingefangen und ich selbst lag mit dem rest aller bekannten krankheiten darnieder. ich war sogar ernsthaft malaria testen, bin aber haushoch durchgefallen...gleich nach erfolgter rekonvaleszenz wurden die ferilichkeiten anlaesslich unserer fleischwerdung als herrscher dieser armen primitvien wesen gefeiert und wir haben sie mit mindestens 10 geboten beglueckt, die ihre existenz und aussichtslosigkeit auf ein besseres leben weniger bedrueckend erscheinen lassen. diese sind bitte im fotoalbum nach zu lesen und bis freitag auswenig zu lernen! das wird geprueft. das ganze land weint bereits BITTERE traenen ob unserer abreise am 21.1. und eswerden ueberall emsig blumengestecke, kraefitge (palatschinken)buben und jungfrauen aufgeopfert, um uns doch noch umzustimmen und unsere sanften glieder hier wandeln zu lassen. aber wir bleiben hart. wir ziehen nach nepal!

Sonntag, 6. Januar 2008

wie daheim...

sehr schoen hier im vietnamesichen norden. kalt wie daheim. 5 grad - dafuer keine heizung. aber essen mit handschuhen im ueberdachten freien...aber wir alten schluchtenscheisser haben mit langen unterflacken vorgesorgt! als rache fuer unsere ueberlegenheit in bekleidungssachen haben mir dann die kaeltebedingten teilweise voll- bis halb debilen vorort ein glas warme kondensmilch statt des gewuenschten kleinen biers kredenzt. die weiteren tage verbrachten wir zu fuss, zu zug, zu bus, zu schiff, zu boot, zu ruderboot, zu kajak und zu moped teilweise an land und oder auch in der luft. abgesehen von allfaelligen durchfallenen naechten und isochronem todesnahem wimmern gehts uns beiden wie immer praechtig und wir fahren heute nach einer feinen feudal-kolonialistischen bootsfahrt (man stelle sich vor: eine romantische ruderbootsfahrt vorbei an herrlichen felskonstrukten angetrieben durch 2 je 100 jaehrige zahnlose erbsenzeahlerinnen gepeinigt von boesen blicken und staendigen rufen in wohl goettlich klingenden lauten wie "gemma, gemma, schneller rudern! wir bezahlen nicht 1 euro die stunde fuer euren kaffe-klatsch!", begleitet von einem freundlichen "servus du sitzpisser" gerichtet an alle vorbeisteuernden nussschalen) frohen mutes mit dem nacktbus in den waermeren seuden. servus die wadln.